"EINE GUTE IDEE, EIN TOLLES KONZEPT UND EIGENE PHILOSOPHIE"

Stephanie und Cédric Schwitzer leiten gemeinsam mit Johannes Rupp ihr Hotel in der Kurgemeinde Waldbronn. Das Ostern 2014 eröffnete Haus bietet zwanzig individuelle Zimmer und Suiten, einen Wellnessbereich sowie ein Feinschmeckerrestaurant mit 50 Plätzen.

Stephanie Schwitzer und Johannes Rupp

InhaberGeschäftsführung "Schwitzer’s Hotel am Park“

Sehen Sie im Video, wo sich Wellness und Edelgastronomie im "Schwitzer’s Hotel am Park“ treffen.

Frau Schwitzer, im April 2014 sind Sie angetreten, mit Ihrem Hotel "die Sterne vom Himmel oder auch von gestrengen Hotelkritikern zu holen". Wie fällt Ihre erste Bilanz aus?

Stephanie Schwitzer: Wir sind sehr zufrieden. Vier Sterne des DeHoGa haben wir bereits und den Stern der Restaurantkritiker behalten wir im Auge. Noch wichtiger ist uns aber die positive Resonanz unserer Gäste, die unser Restaurant und das Hotel gleichermaßen schätzen. So hat mein Mann Cédric mit seinem Küchenteam in kurzer Zeit viele Gäste überzeugen können. Qualität, Frische, Regionalität und Kreativität sowie faire Preise sind die Zutaten für diesen Erfolg.

Herr Rupp, was zeichnet selbstständige Hoteliers aus?

Johannes Rupp: Bei einem familiengeführten Hotelbetrieb tragen Sie eine hohe Verantwortung – nicht nur gegenüber den Gästen, sondern auch für Mitarbeiter und Lieferanten. Deren Erwartungen nicht nur zu erfüllen, sondern zu übertreffen, ist eine sehr abwechslungsreiche Herausforderung.

Welche Bedeutung haben Kreativität, Leidenschaft und der Wunsch nach Unabhängigkeit bei Ihrer Arbeit?

JR: Das sind die drei wichtigsten Kriterien, die Sie als Selbstständiger mitbringen müssen. Hilfreich sind zudem Kenntnisse in Controlling, Buchhaltung und Personalführung.

Mehr als 70 Prozent der von uns befragten Hoteliers sagen, es sei ihnen wichtig, Arbeitsplätze zu schaffen. Gilt das auch für Sie?

JR: Ja, es war immer unser Anspruch, Verantwortung für neue Mitarbeiter zu übernehmen und Arbeitsplätze in der Region zu schaffen. Heute stammen 80 Prozent des Personals hier aus der Gegend.

Knapp 80 Prozent der Studienteilnehmer klagen, es sei immer schwieriger, gutes Personal zu finden. Welche Erfahrung haben Sie gemacht?

JR: Es ist definitiv nicht leicht – gerade für einen neuen Betrieb. Deshalb haben wir den Bewerbern nicht nur ausführlich und persönlich unsere Ideen vorgestellt. Wir haben ihnen auch vermittelt, dass wir sie als Mitarbeiter wertschätzen. Zum Beispiel, indem wir Arbeitspläne mehrere Wochen im Voraus erstellen. So kann jeder Mitarbeiter frühzeitig private Termine planen – das ist im Hotelgewerbe nicht selbstverständlich.

Frau Schwitzer, Sie sagen, eine Hotelgründung sei "nichts für schwache Nerven". Was motiviert Sie in schwierigen Momenten?

SS: Schwierige Momente sind Teil der Selbstständigkeit, das muss man wissen. Gerade dann motivieren mich Mitarbeiter und Gäste. Denn ihr Feedback zeigt mir, ob ich das Richtige tue.

Vor dem Hintergrund Ihrer Erfahrungen: Welchen Tipp geben Sie Gründern im Gastgewerbe?

SS: Was Sie brauchen, sind eine gute Idee, ein tolles Konzept und eine eigene Philosophie. Wenn Sie dazu noch starke Nerven und gute Ausdauer haben, steht dem Schritt in die Selbstständigkeit eigentlich nicht mehr viel im Wege.

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